Zuerst wollte ich nur für meine große Tochter eine Alternative finden. Meine kleine Tochter sollte in eine "normale" Schule gehen. Sie ist ein quirliges kleines Ding, daß frau/man nicht leicht übersieht. Von Lesen und Schreiben selbst beibringen war bei ihr keine Rede. Sie würde in der Regelschule sicher gut zurechtkommen, dachte ich.
Aber nach zwei Jahren Alternativschule war keine Rede mehr davon, ein Kind im Volksschulalter in eine normale Schule zu geben. Auch diesen Entschluß habe ich nicht bereut. Ich sehe meiner kleinen Tochter in aller Ruhe dabei zu, wie sie heranwächst. Ihre Lernschritte sind ganz anders als die ihrer großen Schwester. Lesen und Schreiben z.B. hat sie erst viel später gelernt als Leonie. Dafür bringt sie ihre Gefühle und Anliegen ganz unbefangen und mit ungebremster Begeisterung zu Papier. Nie mußte sie endlose Reihen von Kreisen und Strichen machen, und ihre Buchstaben sind wirklich ihre Buchstaben, die nie in die Norm von 28 anderen Kindern gepreßt wurden. Mit ihrer Persönlichkeit entwickeln sich auch ihre Schrift und ihr Stil, die Begeisterung bleibt.