Leben im Amtshaus

Die erste Überbrückungshilfe kam vom Kinderschutzbund. Eines Tages Anfang November, als es schon wirklich ungemütlich wurde in unserem Häuschen, rief mich eine Dame vom Kinderschutzbund an. Sie hatte über einen Vertreter des Liberalen Forum, dem wir unsere Unterlagen geschickt hatten, von unserer Not gehört und bot uns an, ihr Büro mit unseren Kindern zu teilen. Am Tag nach dem Anruf besuchte ich Frau Tutsch im Büro, erzählte ihr von unseren zwölf lebhaften Kindern und machte ihr klar, daß es schwierig sein würde, neben unserer Rasselbande zu arbeiten. Als sie dennoch bei ihrer Absicht blieb, fand der Unterricht wenige Tage später im Büro des Kinderschutzbundes statt.

Innerhalb kurzer Zeit stellten wir die Zwischenwand in unserem Häuschen wieder auf, räumten unsere Sachen und lösten den Mietvertrag.

Der Kinderschutzbund befand sich in einem richtigen Amtshaus mit Büros verschiedener Magistratsabteilungen, langen, sauberen Korridoren und so viel Ruhe, daß frau/man eine Stecknadel fallen hören konnte. Unsere Kinder änderten sowohl die Ruhe als auch die Sauberkeit sehr rasch. Daß sie also nicht allzu lange durch das Amtshaus toben konnten, war allen klar.

Der nächste Zwischenstop war die Wohnung einer Schul-Mutter, die gerade umgezogen war. Da sich die Wohnung im dritten Stock befand und die untern Nachbarn innerhalb weniger Tage protestierten, weil der Luster den Vormittag über nicht zu schwingen aufhörte, konnten wir auch dort nicht allzu lange bleiben.